h-Moll Messe (Mass in B minor) - J. S. Bach

Konzerte in der Minoritenkirche
Tauchen Sie ein in die zeitlose Schönheit klassischer Musik in der Minoritenkirche, im Herzen von Wien. Ein musikalisches Fest voller Harmonie und Leidenschaft erwartet Sie.


Bach Messe in H-moll
Seit über 60 Jahren beschäftige ich mich, mehr oder weniger professionell, mit Musik. Ich könnte mir keinen Tag vorstellen, an dem sie mich nicht begleiten würde: Jene, die ich aktuell zur Aufführung bringen soll, oder Musik, die mich verfolgt, so sehr ich sie aus meinem Hirn verbannen möchte, oder einfach Musik als treue Begleiterin, dir mir hilft, langweilige Gespräche zu überbrücken oder Momente, die besonders angenehm oder eben nicht angenehm sind, zu beherrschen.
Dass ich Dirigent geworden bin, ist, wie so vieles in meinem Leben, einem Zufall geschuldet. Es kam so, und ich wurde Regens Chori an einer Wiener Kirche. Bald waren es nicht nur die lateinischen Messen der Wiener Klassik, die mich in ihren Bann gezogen hatten, sondern es war das Werk Johann Sebastian Bachs, das mich in einer Weise zu faszinieren begann, wie mir das als Instrumentalist am Cello nie bewusst geworden war.
Als Anfänger traute ich mich über seine Kantaten, die Passionen führte ich, technisch ungeschickt, aber mit glühender Begeisterung auf, ein Ensemble in den Niederlanden, die „Stichting Matthäus-Passion“ durfte ich zehn Jahre hindurch leiten.
Nur um das Grösste, das Bach, das vielleicht jemals ein Komponist geschaffen hatte, machte ich lange Zeit einen Bogen: die „H-moll Messe“, wie man sie vereinfacht nennt, ohne ihren Schöpfer erwähnen zu müssen. Einfach so, wie „die Neunte“ jene von Beethoven ist.
Als hätte ich gespürt, dass sie mich mein Leben lang beschäftigen würde, wie nichts Anderes aus dem großen Schatz der Musik.
Dann wurde ich eingeladen, sie zu dirigieren, studierte dieses Werk wie jedes andere, ich denke, die Aufführung war nicht einmal schlecht: sie war überflüssig. Ein weiterer Versuch, diesmal in den Niederlanden, meiner zweiten künstlerischen Heimat, folgte bald darauf. Ich studierte mehr als vor der ersten Aufführung und fühlte mich nachher schlechter. Vielleicht der Beginn einer wirklichen, einer wunderbaren Beziehung zu einem Werk, das man verehrt und mit jeder Annäherung erkennen muss, dass man ihm nie gewachsen sein wird.
„Was glaubst du, die H-moll Messe zu verstehen, wirklich zu verstehen, das sei dir vergönnt? Geh’ raus und mach’ schöne Musik und sei glücklich damit. Mehr kann niemand, der diesem Titanen verfallen ist, erreichen“, hat ein sehr kluger Bach-Kenner zu mir gesagt.
Und doch: Als ein Freund, ein großzügiger Mäzen, an mich herangetreten ist, um eine Aufführung des Werkes in Wien, in dieser wunderbaren Kirche zu ermöglichen, war wiederum alles vor meinen Augen, besser vor meinen Ohren: Die vielen Stunden des Studierens, des Hinterfragens, wie denn alles so geschehen konnte, dass in einem menschlichen Gehirn dieses Übermaß an großartiger Musik, Philosophie, Theologie, Mathematik zusammengefasst und niedergeschrieben wurde. Wie beglückend es ist, ein wenig tiefer in diese Materie einzudringen, und wie man meint, schon weit fortgeschritten zu sein in diesem Prozess des Erkennens, was in Wirklichkeit doch nie erkannt werden wird. Wenn man dann vor den Damen und Herren steht und dirigiert und doch vor allem mit den Tränen kämpft, weil all’ dieses unfassbare Können Bachs im Schatten der Schönheit steht, die wir hören dürfen, ganz gleich, wie weit wir im Prozess des Wissens um diese Komposition gekommen sind.
Martin Sieghart
Programm
J. S. Bach: h-Moll Messe, BWV 232
Interpreten
Les Orpheistes Orchester
Martin Sieghart, Dirigent
Konzertchor Interpunkt
Solisten:
Cornelia Horak, Sopran
Hermine Haselböck, Mezzosopran
Jan Petryka, Tenor
Rafael Fingerlos, Bassbariton
Spielstätten
Die Minoritenkirche ist eine im französisch gotischen Stil erbaute katholische Kirche, die genau im Herzen der Wiener Innenstadt situiert ist, im berühmten ersten Bezirk unweit der Hofburg. Bei den sogenannten Minoriten handelte es sich um Franziskaner, die 1224 zunächst das Wiener Minoritenkloster gründeten. Fertiggestellt wurde der komplette Kirchenbau dann im Jahre 1350, und zwar als eine der ersten gotischen Kirchen im ostösterreichischen Raum. Seither gilt die Minoritenkirche als eine der wunderschönsten Kirchen Wiens.
Seit 1784 steht die Kirche im Eigentum der italienischen Kongregation und entwickelte sich zum kulturellen und sozialen Zentrum der italienisch-katholischen Gemeinschaft Wiens. Sie wird oftmals auch als Italienische Nationalkirche Maria Schnee bezeichnet.
Das markante Satteldach der Kirche erhebt sich über die Silhouette der Innenstadt Wiens und überdies markant ist auch ihr „abgeschossener Turm“ aus den Zeiten der Türkenbelagerungen. Seither fanden teils massive Umbauten statt, der letzte große Umbau in den Jahren um 1900, als die neugotischen Anbauten entstanden, in denen die Italienische Kongregation untergebracht ist.
Die Minoritenkirche in Wien ist eine der ältesten und künstlerisch wertvollsten Kirchen der Stadt und bietet einen einmaligen Schauplatz für klassische Konzerte – sowohl akustisch als auch architektonisch. Die Kirche ist beheizt.
Minoritenkirche
Minoritenplatz 2A
1010 Wien
Dauer
Das Konzert dauert etwa 2 Stunden, ohne Pause.
Ticket
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Anfahrt
Nehmen Sie die U-Bahnlinie U3 bis zur Station „Herrengasse“ und benutzen Sie den Aufgang „Minoritenplatz“, der Sie unmittelbar vor die Minoritenkirche bringen wird.
Sie können auch mit der Straßenbahn Linie D,1 oder 71 bis zur Station “Rathausplatz/Burgtheater” fahren, von dort ist die Minoritenkirche nur wenige Minuten zu Fuß entfernt.
Stornierung
Für dieses Ticket ist eine Stornierung bis zu 48 Stunden vor dem Konzert möglich.